18 Oct 2011

Die 5 besten Internate in Deutschland

Manche Eltern überlegen, ihr Kind an einem Internat unterrichten zu lassen. Doch nach welchen Kriterien können die interessierten Eltern entscheiden, welche Internate für ihr Kind geeignet sind? Wichtig für die ureigenen Neigungen des einzelnen Schülers sind die Unterschiede in den verschiedenen Spezialisierungen, Bildungs- und Freizeitangeboten. Die Liste der fünf besten der insgesamt gut 250 Internate in Deutschland ist demnach:

1. Schule Schloss Salem
Das traditionsreiche und noble Salem in der idyllischen Landschaft unweit des Bodensees ist das bekannteste der Internate Deutschlands. Ein reformpädagogischer, ganzheitlicher Ansatz wird angewendet. Die bestmögliche Entwicklung der Begabungen und des Charakters des einzelnen Schülers sollen durch eine frühe musische Ausbildung, Handwerk, soziale Dienste und Sport (Segelboothafen am Bodensee) gewährleistet werden.
Ehemalige Schüler: Golo Mann und Hildegard Hamm-Brücher.

2. Internat Louisenlund
Das zweitbekannteste deutsche Internat ist Louisenlund. Die romantische Schlosslage zwischen Nord- und Ostsee an der Schlei im schleswig-holsteinischen Güby prädestiniert die Schule bis heute als Segler-Internat, was auch ihre ursprünglichen Verwendung war. Der Internatsschüler muss an einer "Gilde" für Umwelt, Gesundheit oder Ökologie im Dienst für die Gemeinschaft teilnehmen. Es wird zweisprachig unterrichtet und ein Schüleraustausch über alle Kontinente findet statt.
Bekannte Ehemalige: Albert Darboven und Max M. Warburg

3. Internat der Benediktinerabtei Ettal
Wer nach Ettal kommt, dem springt zunächst die idyllische Lage zwischen dem Skiort Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau (Passionsfestspiele) ins Auge. Dann sieht er die bekannte Klosterkirche, wo sich das Internat des Mönchordens der Benediktiner befindet. Doch das Internat in Ettal hat mehr zu bieten. Christliche Werte und soziale Kompetenz sollen unter anderem durch Philosophie und Sport sowie körperliche Arbeit für die Erhaltung des nahen Bergwalds vermittelt werden. Jeder Schüler soll ein Musikinstrument lernen.
Frühere Schüler: Klaus von Dohnanyi und Eugen Roth

4. Landschulheim am Solling
Im niedersächsischen Holzminden arbeiten etwa 50 Pädagogen, die Lehrer und Erzieher in einer Person sind. Ungewöhnlich ist schon das Angebot an Fächern für eine moderne Managementkompetenz (Rhetorik, Selbstmanagement und analytisches Denken) und an Neigungsfächern wie Jagdkunde, Graffiti und Menschenrechte. Aber aus der Masse der Internate ragt der handwerkliche Schwerpunkt heraus. In diversen Werkstätten und Ateliers kann der Schüler tischlern, schmieden und töpfern. Zudem wird der Kontakt zu spanischsprachigen Ländern inklusive Schüleraustausch (Spanien, Mexiko) groß geschrieben

5. Kolleg St. Blasien
Am bekanntesten wurde das katholische Kolleg St. Blasien im Südschwarzwald durch den Politiker Heiner Geißler ("Jesuitenschüler"). Die Jesuiten wollten ursprünglich das gesellschaftliche Engagement und Gerechtigkeitsempfinden ihrer Internatsschüler ausbilden. Das Wissen der Schüler soll nicht hauptsächlich der persönlichen Nutzenmaximierung dienen, sondern dem Wohl der Mitwelt. Davon zeugen das philosophische Angebot und die teils verpflichtenden Teilnahmen an Schulgarten, Wetterstation oder Schülerzeitung. Eine besondere Spezialisierung ist die Musik mit Instrumentalklasse, Orchester, Chor und Big Band. Interkulturelle Kompetenzen werden durch einen regelmäßigen Austausch an Lehren und Schüler mit unter anderem China (Chinesisch als Sprache), Belgien und Litauen besonders gefördert.

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